Nach den heftigen Protesten in Köln von autonomer Antifa bis zum Kölner Karneval gegen den geplanten AfD-Bundesparteitag am 22./23.April im Maritim in Köln verkündete die Unternehmensleitung, dass sie Björn Höcke Hausverbot erteile und „gegenwärtig“ der AfD keinen Räumlichkeiten mehr zur Verfügung stellen würde. Aber auf Grund der der privilegierten Partnerschaft zwischen Maritim und AfD scheint es noch eine Menge an vertraglichen Altlasten zu geben, die das Maritim bisher verschwiegen hat.
Am Samstag, den 18. März 2017, veranstalten die Landtagsfraktionen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) unter dem Titel „Deutschland im Fadenkreuz“ gemeinsam einen sogenannten „Extremismus-Kongress“ im Maritim in Berlin-Mitte. Mit dem Kongress setzt der Flügel um Petry im innerparteilichen Machtkampf auf eine strategische Verortung in der „demokratischen Mitte“ der Gesellschaft. Der gesamten Politik der AfD liegt aber eine reaktionäre, völkische und ausgrenzende Vorstellung der Gesellschaft zugrunde. Dass die Partei der geistigen Brandstifter vorgibt, sich Sorgen um die Demokratie in Deutschland zu machen, ist blanker Hohn für die Betroffenen rechter Gewalt.
Die extrem rechten Referenten auf dem „Extremismus Kongress“
Der Dresdener Professor für Politikwissenschaft Werner Patzelt, erteilte den rassistischen PEGIDA-Aufmärschen in Dresden öffentlichkeitswirksam Absolution.
Der Rechtswissenschaftler Dietrich Murswiek, heute CDU, hat eine umtriebige Vergangenheit in der rechten Szene. Früher war er unter anderem Mitglied des Nationaldemokratischen Hochschulbundes Heidelberg.
Der selbsternannten „Terrorexperten“ Shams Ul-Haq, verkauft aktuell sein Buch „Die Brutstätte des Terrors. Ein Journalist undercover im Flüchtlingsheim“ im verschwörungstheoretischen KOPP-Verlag. Der Autor ist in Pakistan geboren und soll als „Experte“ die Weltsicht der AfD untermauern und den Vorwurf des Rassismus vorbeugen.
Der erzkonservative katholische Theologe Wolfgang Ockenfels referiert zu „Religion und Gewalt“. Ockenfels schreibt für die Junge Freiheit. Seit dem Sommer 2016 sympathisiert er offen mit der AfD und lehnt den Abgrenzungskurs katholischer Würdenträger der Partei gegenüber ab.
Der Psychologe Dr. Nicolai Sennels ist ehemaliges Mitglied der dänischen Volkspartei, Gründer des PEGIDA Ableger „PEGIDAdk“ in Dänemark und ein europaweit bekannter „Islamkritiker“, der den offenen Kampf gegen „den“ Islam propagiert, jede Form der Einwanderung unterbinden will.
Die Moderation des Kongresses übernehmen der rechte Publizist Andreas Lombard und Dr. Jörg Michel. Lombard veröffentlichte eine Schrift unter dem Titel „Homosexualität gibt es nicht. Abschied von einem leeren Versprechen“ und ist Mitherausgeber von Akif Pirinçcis Buch „Attacke auf den Mainstream – „Deutschland von Sinnen“.
…und das BKA mittendrin
Auch der Leiter der Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus des Bundeskriminalamts, Dr. Uwe Kemmesies, hat seine Beteiligung an dem Kongress bestätigt.

Reiner Krause von Köln gegen Rechts: „Das öffentlichkeitswirksame Hausverbot für Björn Höcke und die Ankündigung der AfD keine Räume mehr zur Verfügung zu stellen, entpuppen sich im Nachhinein als PR-Gag. Tatsächlich gehen Rassist*innen darunter auch stramme Nazis weiter im Maritim ein und aus.“

In Köln: 18.3. 2017 Treffen um 14 Uhr am Reiterdenkmal auf dem Heumarkt: Aktionstag gegen die Maritim Hotelkette.
Antifaschistisches Aktionsbündnis – Köln gegen Rechts