Maritim

 

Was Sie über das Maritim wissen sollten, bevor Sie dort eine Veranstaltung abhalten – oder ein Zimmer buchen – oder eine Veranstaltung besuchen wollen

Der entscheidende Bundesparteitag der AfD zur Vorbereitung der Bundestagswahlen 2017 findet
drei Wochen vor den Landtagswahlen in NRW am 22. und 23. April im Maritim-Hotel in Köln statt.
Als wir in Köln dies im Dezember 2016 erfuhren, fragten wir uns, ob sich die Geschäftsführung und die Mitglieder des Aufsichtsrats der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst sind, der AfD eine Bühne für ihre unsoziale, homophobe, sexistische, militaristische und rassistische Hetze zu bieten.
Wie passt dies mit dem Vorwort zum „Code of Conduct“ des Maritim zusammen? Auf ihrer Website ist unter der Rubrik „Verantwortung“ nachzulesen, dass der Markenname Maritim für die „Achtung der Menschenrechte“ stehe. Forderungen von AfD-Politiker*innen, z. B. an Grenzen auf Geflüchtete zu schießen, dürften damit wohl kaum im Einklang stehen.

Die privilegierte Partnerschaft der AfD mit dem Maritim
Inzwischen wissen wir es besser. Schon vor der Existenz der AfD war das Maritim Gastgeber islamfeindlicher Rassist*innen. So fand bereits 2008 die Vorbereitungsveranstaltung der extrem rechten Partei „Pro Köln“ für den „Anti-Islam Kongress“ im Kölner Maritim-Hotel statt (der Kongress selbst wurde durch Massenblockaden in der Folge verhindert). 2011 konnte der bekennende Islamfeind Geert Wilders aus den Niederlanden im Berliner Maritim seine Hasstiraden verkünden. Im Februar 2013 hatte Geert Wilders sodann erneut seine Bühne im Maritim, diesmal in Bonn.

Und heute scheint es eine privilegierte Partnerschaft zwischen der Maritim-Kette und der AfD zu geben. Ob in Bremen, Stuttgart, Gelsenkirchen, Lübeck, Titisee-Neustadt, Braunlage und schwerpunktmäßig in Berlin und Köln, das Maritim wird der AfD seit 2013 immer wieder gerne als Tagungsort zur Verfügung gestellt.
Kurz nach Bekanntwerden des AfD-Bundesparteitages in Köln im letzten Dezember gründete sich die Kampagne „Solidarität statt Hetze“, der sich bisher bundesweit mehr als 40 antirassistische und antifaschistische Gruppen und bundesweite Organisationen angeschlossen haben. U.a. durch die Kampagne nahm der öffentliche Druck auf die Maritim-Kette zu. Der Festausschuss Kölner Karneval, die karnevalistische Musikszene, der DGB, die Kirchen der Rat der Stadt Köln und die Oberbürgermeisterin forderten die Absage des Bundesparteitages der AfD im Maritim. Und es gab öffentlich begründete Stornierungen von sonst regelmäßig im Maritim stattfindenden Veranstaltungen. In der Folge erteilte das Maritim dem rechten AfD-Hardliner Björn Höcke in allen Maritim Hotels ein Hausverbot und kündigte an, der AfD „gegenwärtig“ keine Räume mehr zu vermieten. Es stellt sich die Frage, ob dieser auch nach dem Parteitag noch Gül­tigkeit haben wird. Und was ist mit den vielen anderen „Höckes“ in der AfD?

Wir denken, die Geschäftspolitik des Maritims muss glaubwürdig sein und sie muss der AfD insge­samt die Tagungsmöglichkeiten entziehen. Und das heisst: Komplette Absage des Bundesparteita­ges und ein generelles Nein zu rassistisch motivierten Veranstaltungen!

Wir vermuten, dass auch den zahlreichen muslimischen Gästen des Maritims die islamfeindliche Hetze der AfD nicht egal ist. Alexander Gauland forderte einen Einwanderungsstopp für Muslime nach Deutschland, und die AfD schreibt: „Religiös motivierter Terror in Deutschland ist bisher immer muslimisch gewesen“. Die AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry sieht in der wachsenden Zahl muslimischer Zuwander*innen eine Bedrohung für Europa. Wir werden versuchen, die muslimischen Gäste gezielt über ihr Lieblingshotel zu informieren.

Wir fordern alle auf, weiterhin ihren Unmut über die privilegierte Partnerschaft der Maritim-Kette mit der rassistischen AfD kundzutun.