15. April 2017 19 Uhr Mahnwache vor dem Maritim Köln und Übergabe von 10.000 Unterschriften gegen den AfD Parteitag im Maritim  

Am kommenden Samstag findet zum 10. Mal die Mahnwache von „Köln gegen Rechts“ vor dem Maritim gegen den Bundesparteitag der AfD statt.
Seit  Februar wurden zwei Petitionen im Netz gestartet, in denen die Geschäftsleitung des Maritim aufgefordert wird, der AfD den Tagungsort zu verweigern. Gut 10.000 Menschen haben die Petitionen unterschrieben. Diese 10.000 Unterschriften will das Bündnis „Köln gegen Rechts“ am Samstag, den 15.4. der Geschäftsleitung im Maritim übergeben. In einem Brief hat das Bündnis dies dem Kölner Maritim mitgeteilt (s.u. Brief von „Köln gegen Rechts“).
Die Geschäftsleitung  der Maritim Kette, nicht der Kölner Geschäftsführer, an den der Brief gerichtet war, hat geantwortet (s.u., 2. Brief). Reiner Krause von „Köln gegen Rechts“: „Die Konzernspitze lässt hier nichts anbrennen. Die privilegierte Partnerschaft mit der AfD scheint Chefsache zu sein.“ Bekannt ist ja, dass das Maritim der rassistischen AfD den Tagungsort nicht kündigen will. Jetzt weigern sie sich sogar, die Unterschriften der Leute anzunehmen, die sie lediglich gebeten  haben, der AfD keinen Raum zu geben. Stattdessen fordern sie, die Unterschriften „an die politischen Entscheidungsträger bzw. –gremien“ zu übergeben. Leider wissen wir nicht, wer da zuständig wäre und werden die Unterschriften irgendwo im Kölner Maritim am Samstag an die Frau/den Mann bringen.

„Antifaschistisches Aktionsbündnis – Köln gegen Rechts“
Teil der bundesweiten Kampagne „Solidarität statt Hetze“
Brief von Köln gegen Rechts an das  Maritim Hotel Köln

Sehr geehrter Herr Korthäuer,
liebe Kolleg*innen Personalratsmitglieder des Maritim Hotels Köln,
das Bündnis „Köln gegen Rechts“ veranstaltet seit dem 12.02.2017 jeden Samstag eine Mahnwache gegen den Bundesparteitag der AFD, der am 22.04. und 23.04.2017 im Maritim Hotel Köln stattfinden soll.
Während unserer Mahnwachen haben wir auf die vielfältige Gastgeberrolle der Maritim-Hotelkette bei diversen Veranstaltungen dieser Partei hingewiesen und haben auch deutlich gemacht, dass niemand aus den Gruppen, die die Proteste gegen den Parteitag  vorbereitet haben, Personal und Mitarbeiter Ihres Hotels bedroht, gar an Leib und Leben, oder Drohungen gegen das Hotel ausgesprochen hat, wie es von der AFD immer wieder gern behauptet wird.
Gegen den Bundesparteitag der AfD in Köln sind bei zwei Online-Petitionen (Campact und  AVAAZ.org) mehr als 10.000 Unterschriften gesammelt worden, die sich gegen den Bundesparteitag dieser Partei in Köln, in Räumen Ihres Hotels richten.
Am Samstag den 15.04.2017, anlässlich der letzten Mahnwache vor dem Parteitag, werden wir Ihnen diese Unterschriften gern übergeben.
Wir bitten Sie deshalb, um 19:00 Uhr, uns an gewohnter Stelle einen Besuch abzustatten, um Ihnen die Unterschriften überreichen zu können.
Wir sind natürlich auch gern bereit, Ihnen mit einer Delegation in Ihren Räumen diese vielfältigen Protestschreiben auszuhändigen.

Mit freundlichen Grüßen,
Reiner Krause Köln gegen Rechts

 

Antwort der Geschäftsleitung des Maritim

Sehr geehrter Herr Krause,

vielen Dank für Ihre E-Mail an Direktion und Betriebsratsvorsitz des Maritim Hotel Köln sowie Ihr Angebot, uns Ihre Unterschriftenliste gegen den AfD Parteitag in Köln zu überreichen.
Es ist auch aus unserer Sicht wichtig, gesellschaftspolitisches Engagement zu zeigen. Wir haben deshalb großen Respekt vor den Menschen, die sich seit vielen Monaten zusammen finden, um für ihre Ziele und Überzeugungen zu demonstrieren.

In diesem Zusammenhang möchten wir uns jedoch ausdrücklich von Ihrer formulierten Annahme distanzieren, es gäbe eine besondere Nähe zwischen der Maritim Hotelkette und der AfD. Dies ist nicht der Fall.
Zu Maritim gehören allein in Deutschland 33 Hotels, die für ihre Tagungs- und Veranstaltungskapazitäten seit fast 50 Jahren geschätzt werden. Zu unseren Kunden gehören deshalb auch alle demokratisch legitimierten Parteien,
diverse Verbände und sonstige Institutionen. Daraus lässt sich keinesfalls ein Rückschluss auf unser Unternehmen ziehen. Dies sollte auch Ihnen klar sein. Wir möchten Sie deshalb ausdrücklich bitten, diese Behauptungen zukünftig zu unterlassen.

Wir sind der Überzeugung, dass wir als privatwirtschaftliches inhabergeführtes Unternehmen nicht der richtige Adressat für die von Ihnen gesammelten Unterschriften sind. Dies ist eine politisch motivierte Aktion und
sollte damit aus unserer Sicht auch an die politischen Entscheidungsträger bzw. -gremien übergeben werden. Hier können Sie sicher einen öffentlichkeitswirksamen Termin inszenieren, der von Ihnen ja mit Verweis auf die Kölner Presse gewünscht ist.

Sicher haben Sie Verständnis, dass wir uns nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochen sowohl für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Gäste als auch für die zahlreichen zu erwartenden Demonstranten
und die Kölnerinnen und Kölner einen ruhigen und konfliktfreien Ablauf des Wochenendes 22./23.4.2017 wünschen. Dies sollte auch in Ihrem Sinne sein.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Gerd Prochaska
Geschäftsführer

gesendet von

Linda Liedtke
Assistentin der Geschäftsführung
Maritim Hotelgesellschaft mbH
Herforder Straße 2
32105 Bad Salzuflen
—————————————–
Telefon: +49 5222 953-228
Telefax: +49 5222 953-40062
Mobil:
E-Mail: lliedtke.hv@maritim.de
http://www.maritim.de
—————————————–
Maritim Hotelgesellschaft mbH
Sitz der Gesellschaft: Timmendorfer Strand
Hauptverwaltung: Herforder Str. 2, D-32105 Bad Salzuflen
Aufsichtsratsvorsitzende: Dr. Monika Gommolla
Geschäftsführer: Hendrik Förster und Gerd Prochaska
AG Lübeck HRB 227 BS
USt-IdNr.: DE 811272180, Steuer Nr.: 5313/5729/0016